Entstehung einer Mager-/Blumenwiese

- Laufender Prozess -

Die Ausgangssituation ist ein versandeter Teich - wir haben uns dann entschlossen, das Feuchtbiotop nicht wieder Instand zu setzen, sondern das Terrain nach und nach in eine Magerwiese umzuwandeln.

 

Was ist eine Magerwiese?


Eine Magerwiese zeichnet sich dadurch aus, dass sie sehr nährstoffarm ist und dennoch viele verschiedene Pflanzen auf ihr wachsen und gedeihen. Da aber der Boden mager ist und der Standort einer solchen Wiese meist recht sonnig, ist zwar eine Vegetation vorhanden, diese geht aber sehr langsam vonstatten.

So muss man eine Magerwiese höchstens zwei Mal im Jahr mähen. Grundsätzlich gilt: je mehr Nährstoffe ein Boden enthält, desto schneller wachsen auch die Gräser und je häufiger muss die Wiese gemäht werden. Muss jedoch eine Wiese viel gemäht werden, haben viele Blumenarten nicht die Möglichkeit zur Blüte zu kommen, da sie durch das Abmähen in ihrer Entwicklung gestört werden.

 

Das Ziel ist, ein natürliches Biotop in der Gartenanlage anzusiedeln und die mit ihm seltene Flora & Fauna:

Die speziell für unsere Wiese zusammengestellte Aussaatmischung mit nur 10% Gräsern soll nicht nur schön bunt-blühend aussehen, sondern auch möglichst vielen Insekten (Bienen, Wespen und anderen) Lebensraum bieten, den sie immer weniger in unserer Landschaft finden. Dem plötzlichen Bienensterben kann man so versuchen, entgegenzuwirken, aber auch, indem jeder eine Vielfalt an blühenden einheimischen Pflanzenarten in seinem eigenen Garten wachsen läßt, ohne Pestizide zu spritzen.

 

So ähnlich könnte in 2 Jahren unsere Magerwiese aussehen: Dieses Foto hat die das Projekt betreuende Pflanzenökologin Dr. Vicky Temperton in der Nähe von Valkenburg, Holland aufgenommen, allerdings handelte es sich hier um einen Kalkboden.

 

Für Wiesen-Interessierte: In der Sendung "Leonardo" auf WDR 5 vom 29.08.2012 gibt es einen Beitrag über die Wichtigkeit von Wiesen: "Wenn sich Wiesen vom Acker machen - Die "Vermaisung" der Landschaft", in der auch Dr. Temperton zu Wort kommt. Hier der gesamte Podcast der Sendung zum Nachhören.

Im folgenden werden in unregelmäßigen Abständen unsere Arbeitsschritte dokumentiert :

2017

Im letzten Jahr wurde vertikutiert, nachgesät und Blumenzwiebeln gesetzt - schon im Frühjahr zeigten sich erste Frühlingsboten:

 

Und so hat sich die gesamte Wiese in den darauffolgenden Wochen und Monaten entwickelt:

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2015 & 2016

Entwicklung in den Jahren 2015 & 2016

 

Im Jahre 2015 hat sich leider die Magerwiese zu einer sehr grashaltigen Wiese entwickelt, so dass wir uns zum Einschreiten entschlossen haben. Ein Foto aus 2015:

Juni 2015
Juni 2015
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2014

Die Entwicklung 2014

Nachdem im ersten Jahr (2013) die einjährigen Pflanzen (z.B. Mohn und Kornrade) wie geplant überwogen, steht im zweiten Magerwiesen-Jahr der Wiesen- bzw. Gräser-Charakter in Verbindung mit den mehrjährigen Pflanzen im Vordergrund.

Dass die Wiese daher ganz anders als im Vorjahr aussieht, ist durchaus gewollt und auch das spannende am ganzen Projekt. Vielfalt und Veränderung sind hier die passenden Stichwörter.

 

Um einen Eindruck der Entwicklung zu bekommen, hier drei Fotos der Magerwiese aus den Monaten Mai, Juni und Juli:

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1. Maht

Anfang September - die erste Maht für unsere Magerwiese steht an. Manch einer mag sich fragen, warum die verblühten Pflanzen so lange ungemäht stehen gelassen wurden, denn braune, verblühte Pflanzen sind für den 'gemeinen' Kleingärtner natürlich eine Herausforderung! ;-)

Es gab mehrere gute Gründe:

  • Die verblühten Pflanzen sollten die Möglichkeit bekommen, Samen auszubilden, damit die Wiese im nächsten Jahr wieder in bunter Pracht dasteht
  • Die hohen, verblühten Pflanzen haben den Boden schattiert und so konnten die mehrjährigen Arten geschützt von unten nachwachsen (Ammenpflanzen)

Vor der Maht wurde aber noch ein Pflänzchen fotografisch festgehalten, über dessen Vorhandensein sich Dr. Temperton besonders gefreut hat: Augentrost (Euphrasia). Augentrost ist ein sogenannter 'Halbschmarotzer', der nur in der Nähe von Gräsern gedeiht und ihnen Nährstoffe und Mineralien entzieht, dadurch wird der Wuchs der Gräser gehemmt, was bei unserer Aussaat genau so erdacht war, um die Gräser-Entwicklung zu begrenzen.

 

 

Auf den Fotos kann man sehr schön erkennen, dass sich von unten schon einige Pflanzen entwickelt haben, dadurch ist die Wiese nach der Maht wieder richtig grün!

...und was man nicht sehen, aber vor Ort riechen konnte:  Der Duft von Heu und Stroh lag in der Luft, als wär' man gerade mitten auf dem Land...:-)

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Ammenpflanzen

Der Sommer schreitet voran und auch unsere Wiese verändert sich im Laufe der Zeit: Die hohen, mittlerweile größtenteils verblühten Kornblumen, Mohnpflanzen und Kornraden geben unserer Magerwiese einen eher braunen Farbton.

 

Noch wurde die Wiese nicht gemäht, und das aus gutem Grund: Zum einen sollen die Pflanzen ihren Samen ausbilden, damit die Wiese im nächsten Jahr wieder neu entsteht, zum anderen übernehmen die verblühten Pflanzen eine wichtige Aufgabe - sie sind sogenannte "Ammenpflanzen" für die ebenfalls letzten Herbst ausgesäten mehrjährigen Arten (Ammenpflanze = eine Pflanze, in deren Schutz die Keimung und das Überleben anderer Pflanzenarten durch Schattenwirkung, höhere Feuchtigkeit oder erhöhtes Nährstoffangebot begünstigt werden).

 

Trotzdem findet man, wenn man genau hinschaut, überall noch immer irgendein Pflänzchen, das gerade blüht, z.B. Schafgarbe, Kamille oder Hasen-Klee:

 

 

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Sommerwiese

Wieder und wieder erfreuen wir uns mittlerweile an dem bunten Grün mit dem herrlichen Gesumme und Gebrumme der zahlreichen Insekten. Und auch, wenn noch die Mohnarten, Kornblumen und die Kornraden am dominantesten sind, gibt es doch immer wieder Neues zu entdecken, z.B. das mittlerweile blühende "Rundblättrige Hasenohr".

Was sich allerdings nicht findet - und was das Konzept "Magerwiese" samt Abmagerung des Bodens nur bestätigt - sind z.B. "Unkräuter" wie Löwenzahn oder Ackerwinde. Dies war so gewollt, damit Nachbargärten nicht vom Samenflug der ungeliebten "Wildkräuter" beeinträchtigt werden.

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Eine Blumenwiese!

7. Juni 2013 - Die Blumenwiese blüht! Foto: Sandra Borchers
7. Juni 2013 - Die Blumenwiese blüht! Foto: Sandra Borchers

Ein Frühsommertag im Juni, 9 Uhr morgens: Die Mohnblüten sind geöffnet und die Kornblumen blühen - eine richtige "Sommerwiese" mitten in unserer Kleingartenanlage! Und überall schwirren verschiedenste Insekten von Blümchen zu Blümchen. Da kommt (zumindest bei der Autorin) Freude auf, es ist nach langer (und harter) Arbeit zum ersten Mal deutlich zu erkennen, warum wir den ganzen Aufwand betrieben haben - und das ist erst der Anfang, gerade mal ein paar erste Einjährige, die wir ausgesät haben, blühen hier. Nach und nach wird sich das Bild der Mager-(Blumen-)Wiese verändern, es bleibt also weiterhin spannend!

Foto: Sandra Borchers
Foto: Sandra Borchers
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Es grünt!

Nach einem langen Winter hat das Gartenjahr 2013 sehr spät begonnen, was aber unserer Magerwiese offensichtlich nichts ausmachte - schon im Mitte/ Ende April zeigte sich ein ein deutlich grüner "Flaum" (was genau da gerade wächst, ließ sich in dem Zustand - ohne Blüten - leider noch nicht genau bestimmen, wir mußten uns also noch etwas gedulden...).

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Es keimt!

Auf das Frühjahr müssen wir zwar noch ziemlich lange warten, trotzdem beschert uns der bisherige Herbst mit seinen relativ milden Temperaturen schon ein paar Keimlinge auf unserer Magerwiese - heute wurde der grüne "Flaum" mal mit dem Macro-Objektiv näher unter die Lupe genommen:

 

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Magerwiesen-Aussaat

Es ist vollbracht: Heute sind die Samen auf/in den Boden gekommen und können noch den Frost des Herbstes und des Winters mitnehmen, bevor sie im Frühjahr zum Leben erweckt werden!

Es wurde eine spezielle Mischung bei der Firma Rieger-Hofmann geordert, die genau auf unseren entstandenen Boden mit 30% Sand und 70% Mutterboden, pH 7 und 0,3% Stickstoff im Mutterboden abgestimmt ist:

  • 10% nicht konkurrenzstarke Gräser
  • 8% Leguminosen (Stickstoffsammler; Arten, die Stickstoff aus der Luft aufnehmen können, damit die Produktivität der Magerwiese mit der Zeit relativ gut erhalten bleibt, aber nur 8%, damit es nicht zu einer Überdüngung kommt)
  • der Rest: Kräuter- und Blumenarten, darunter auch einjährige, damit die Wiese schon im 1. Jahr bunt wird

Unter anderem handelt es sich bei den ausgesäten Blumenarten um Heide- und Kartäusernelke, Augentrost und den kleinen Klappertopf. Die beiden letzteren Sorten sind in der Mischung, weil sie auf Graswurzeln parasitisch wachsen und die Gräser so kleiner gehalten werden.

 

Jetzt heißt es: Warten - mit Spannung sehen wir dem Frühjahr entgegen und werden natürlich weiter berichten, wie sich die einzelnen Pflänzchen entwickeln! Auch unsere Fachfrau, Dr. Vicky Temperton, wird das Ganze "forschend" beobachten, genau wie in ihrem Forschungsprojekt "Habitat Garden".

 

Hier ein paar Fotos von der Aussaat:

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Walzen, Planieren, Harken, Walzen...

Die Magerwiesen-Fläche mußte nach dem Fräsen noch planiert und etwas eingeebnet werden, sonst hätte man überall ca. 10 cm tiefe Fußstapfen gesehen.

Es haben sich wieder takräftige Walz-und Hark-Helfer gefunden, und natürlich durfte auch unser Rotkehlchen nicht fehlen...! :-)

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Füllkies die Zweite, Bodenfräse die Dritte - es wird!

Viel ist uns nicht genug, und um die richtige Mischung Mutterboden/Sand bzw. Füllkies zu erreichen, war noch ein Container Füllkies nötig, der wiederum Schubkarre für Schubkarre weitertransportiert werden mußte. Danach mußte natürlich erneut mit der Bodenfräse gearbeitet werden, um alle Bodenschichten zu vermischen. Das Ergebnis ist ein deutlich hellerer Boden, dessen Farbe durch den hohen Sandanteil entsteht.

Nach dem Einebnen und finalen Planieren mit der Walze kann demnächst die speziell-abgestimmte Magerwiesen-Saatmischung eingesät werden!

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Bodenfräse die Zweite!

Der Füllkies liegt obenauf, der Mutterboden darunter - diese zwei unterschiedlichen Bodenschichten mußten vermischt werden, so daß durch einen prozentual hohen Sandanteil im Mutterboden eine nährstoffarme, magere Basis für unsere zukünftige Magerwiese geschaffen wird.

Bei dieser Arbeit konnte die schon bekannte Bodenfräse noch einmal zeigen, was in ihr steckt - auch mit dabei war ein weiterer schon bekannter kleiner Helfer...

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Der Füllkies ist da!

Ein ganzer Container Füllkies ist uns angeliefert worden - dieser wird mit dem Mutterboden vermischt, wodurch eine weitere Abmagerung erreicht wird.

Die Herausforderung: Der Container stand ein gutes Stück vom Magerwiesen-Terrain entfernt und der Kies mußte Schubkarre für Schubkarre angekarrt werden!

 

Wenn man bisher anhand unserer fotografischen Dokumentation des Magerwiesen-Projektes den Eindruck gewinnen konnte, das Ganze sei vor allem ein Betätigungsfeld der Frauen, konnten heute unsere superstarken, supertüchtigen und superschnellen Männer unter Beweis stellen, was in Ihnen steckt - ein großer Dank allen Beteiligten!

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Unkrautbeseitigungsaktion

Die Kartoffeln sind geerntet - der nächste wichtige Schritt hin zur Magerwiese ist das Einbringen von Sand/ Kies, um den Boden weiter abzumagern. Da aber in den letzten Monaten nicht nur Kartoffeln, sondern auch unser aller liebste Unkräuter dort gewachsen sind, war es nötig, das Terrain von diesen - am besten natürlich samt Wurzelwerk - zu befreien. Dies entwickelte sich zu einer sehr schönen Aktion, bei der nicht nur mehrere Gärtner-Generationen, sondern auch mehrere Tierarten anwesend waren:

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Zweite Kartoffel-Ernte

Die letzten Kartoffeln wurden geerntet - hier ein paar Beweisfotos:

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Erste Kartoffel-Ernte

Der Gärtner kann sich das Wetter nicht immer aussuchen - der bisherige Sommer war leider sehr feucht, was sich auch deutlich an der Braunfäule  unserer Kartoffelpflanzen gezeigt hat. Daher haben wir uns schon früh zu einer Ernte - zumindest der am schlimmsten befallenen Sorten - entschlossen. Geerntet wurden:

  • Linda
  • Sieglinde
  • Blauer Schwede
  • Roter Erstling

Als erstes Fazit kann man sicherlich feststellen, daß die einzelnen Kartoffeln nicht allzu groß ausgefallen sind, speziell Sieglinde hat viele, aber eher kleine Knollen. Aber: Der Boden wurde auch nicht gedüngt bzw. verbessert (was auch keinen Sinn machen würde, da wir ja den Boden auf dem Weg zur Magerwiese weiter auszehren wollen).

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Die Kartoffeln kommen!

Die zuerst konventionell unter die Erde gebrachten Kartoffeln sind schon aus dem Boden herausgeschossen und man kann sehr schön die unterschiedlichen Sorten am farbigen Blattwerk erkennen. Da die Kartoffeln unter Stroh ein paar Tage später gelegt worden sind, zeigt sich dort noch nichts, aber wir sind in freudiger Erwartung!

23. Mai 2012
23. Mai 2012

Update: Ende Mai schauen auch die ersten Kartoffelpflanzen aus dem Stroh heraus. Hier:

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Kartoffelsetzung - es geht voran!

Ende April war es soweit: Die historischen Kartoffelsorten (Roter Erstling, Red Duke of York, Afra, Blaue Schweden, Blaue St. Gallener, Sieglinde, Linda, Yetholm Gypsy, Mayan Twilight) sind in die Erde gekommen! Vorher wurde der Acker noch einmal mit der elektrischen Gartenfräse umgegraben & gelockert, dann konnte es losgehen.

Wir haben uns entschieden, zweierlei Anbaumethoden auszuprobieren und somit dient der Kartoffelacker als "Schauobjekt". Die eine Methode soll das "Strohanbau-Verfahren" sein (s.o.), aber auch der "traditionelle" Kartoffelanbau (unter der Erde) wird angewandt. Wir sind gespannt, welche Methode sich letztendlich als die Ergiebigere heraustellen wird!

 

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Erste Arbeitsschritte

Die ersten Arbeitsschritte im Herbst/Winter 2011 waren die Pflanzenentnahme, die Einebnung des Geländes sowie Lockerung des Bodens.

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